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Der Modellraketenbau ist ein Hobby, das seine Geburt in den 50er Jahren in den USA, getrieben durch die ersten Erfolge der zivilen Raumfahrt, erlebe. Auch bei uns wird dieses ungewöhnliche Hobby schon seit Jahrzehnten betrieben, war aber lange weitgehend unbekannt. Nachfolgend werden die wichtigsten Grundlagen rund um das Thema Modellraketen für Einsteiger erklärt:
Wie funktionieren Modellraketen?
Modellraketen sind flugfähige Modelle, die meist aus leichten Materialien wie Pappe, Balsaholz und Plastik konstruiert sind. Bild 1 zeigt den typischen Aufbau einer Modellrakete.
Angetrieben werden sie durch industriell gefertigte Schwarzpulvermotoren oder Kompositmotoren, die in verschiedenen Stärken erhältlich sind.

Bild 1: Typischer Aufbau einer Modellrakete
Antriebe
Das Herzstück der Rakete ist der Antrieb, häufig auch als Raketenmotor bezeichnet. Er liefert den Schub für den Start und die Steigphase. Dann folgt eine Verzögerungphase, in der die Rakete antriebslos weiter bis zum Gipfelpunkt ihrer Flugbahn steigt. Dort wird, nach Ablauf der Verzögerungsphase, die sogenannte Auswurfladung aktiviert. Die Auswurfladung erzeugt einen Überdruck im Raketenrohr, die dazu dient, die Spitze der Rakete abzuwerfen und den Bergungsfallschirm auszustoßen. Nach dem Flug ist nur der Motor verbraucht. Modellraketen haben eine Motorhalterung die es erlaubt, den Motor nach dem Flug gegen einen neuen auszutauschen und somit das Modell erneut zu starten.

Bild 2: Prinzipieller Aufbau eines Schwarzpulvermotors
Die Treibladung (1) erzeugt den Schub für den Aufstieg. Die langsam brennende Verzögerungsladung (2) entwickelt eine Rauchspur und bestimmt durch ihre Brenndauer die Länge des antrieblosen Flugs. Die Auswurfladung (3) schließlich stößt das Bergungssystem aus. Motoren, oder auch Treibsätze genannt, sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich.In Europa werden hauptsächlich Motoren der amerikanischen Firmen Estes, Cesaroni und AeroTech sowie der deutschen Firma Sachsen-Feuerwerk angeboten. Die Bezeichnung der Treibsätze zeigt die Schubleistung und die Funktionszeiten der Brennphasen an. Die Aufschlüsselung der Bezeichnung ist in Bild 3 ersichtlich.

Bild 3: Motorenbezeichnung
Starts
Gestartet werden die Raketen von einer Startrampe. Diese ist in der Regel ein Dreibein, auf dem eine Startstange vertikal montiert ist. Die Startstange besteht meist aus einem ca. 1 m langen und 3 bis 5 mm dicken Rundstahl. An dem Raketenkörper ist eine sogenannte Startführungshülse angebracht, die samt Rakete auf die Startstange geschoben wird. Die Startstange dient zur Führung der Rakete beim Start. Gezündet wird der Treibsatz mittels Elektrozündung. Dazu wird ein Glühdrahtzünder in die Düse des Motors eingeschoben und dieser dann aus ca. 5 m Entfernung elektrisch mit einem speziellem Startgerät gezündet. Aus Sicherheitsgründen werden Modellraketen niemals waagerecht gestartet, sondern immer nur senkrecht.

Bild 4: Flugverlauf und einzelne Phasen des Fluges
Bergung
Durch die Auswurfladung wird das Bergungssystem der Rakete aktiviert, das meist aus einem Fallschirm besteht. Die Rakete gleitet an diesem Fallschirm sicher zur Erde und ist danach wieder verwendbar. Einfach einen neuen Treibsatz in die Rakete, Fallschirm falten und Schutzwatte (dient zum Schutze des Fallschirms vor den heißen Gasen der Auswurfladung ) nicht vergessen - und es geht wieder los!
Sicherheit
Die Motoren der Modellraketen werden industriell hergestellt, kontrolliert und unterliegen überprüfbaren Sicherheitsstandards. Weitreichende Sicherheitstest haben die hohe Sicherheit bestätigt. Unter Beachtung des sog. Sicherheitskodex ist das Modellraketenfliegen ein absolut sicheres und ungefährliches Hobby.
Kosten
Erfreulicherweise gehört der Modellraketenbau zu den eher preiswerten Hobbies. Komplette 'Starterkits', bestehend aus einer Modellrakete, einer Startrampe und Zündgerät, sind schon für unter 40 Euro zu bekommen. Einzelne Raketenbausätze kosten ab 10 Euro, Treibsätze in erlaubnisfreien Bereich kosten je nach Stärke zwischen 0,70 Euro und 2,50 Euro pro Stück.
Gesetzliche Bestimmungen
Die gesetzlichen Bestimmungen sind in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Wir haben die Informationen für Deutschland, Schweiz und Österreich zusammengestellt.
Bezugsquellen
Modellraketen sind in guten Modellfachgeschäften sowie im Internet (siehe auch Sponsoren) erhältlich.
Bilder: Centuri Corp., Abdruck mit
Genehmigung
© imr
- Interessengemeinschaft Modellraketen
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